Huhn oder Ei / Struggle with follower

Heute geht es mal hinter die Kulissen. Es wird kein glänzendes Beautyprodukt in die Kamera gehalten und keine Kennzeichnung von Werbung muss richtig gesetzt werden. Ich muss mir keine Gedanken über den richtigen Hashtag machen oder die Uhrzeit wann ich den Post absetze. Ich muss nicht daran denken dies auf anderen Plattformen wie Facebook zu posten oder einen Pin zu machen. Auch keine Story die das Ganze ankündigt. Selbstverständlich ist auch kein Produkt-Test vorausgegangen.

Ich bin ein sogenannter Micro-Influencer mit derzeit 1850 Abonnenten auf Instagram. Wenn ich ein Beautyprodukt vorstelle, dann habe ich dies natürlich auch vorher ausprobiert. Ich habe verschiedene Fotos vom Produkt erstellt und natürlich sind diese meist nicht beim ersten Klick im Kasten. Manche Aufnahmen erstelle ich draußen in der Natur, weil dort das Licht besser ist. Dann gucken zwar manchmal die Fußgänger etwas komisch, zum Beispiel wenn ich meine Ausrüstung auspacke und verschiedene Tübchen und Döselchen im Gras oder auf der Mauer drapiere, aber so ist das mit diesen sogenannten Influencern oder Bloggern.

Bei der Vielzahl der Menschen die mittlerweile auf Social Media unterwegs sind, gibt es dementsprechend ziemlich viele Damen und auch Herren, die in der Beauty und auch Fashion Szene aktiv sind und der Kampf um die Follower ward geboren. Wer hat die meisten?

Am Anfang meiner Tätigkeiten habe ich meine Testprodukte überwiegend von verschiedenen Plattformen bezogen, wo man sich um ein Produkt bewirbt, dies dann mit Glück zum Testen erhält und als Gegenleistung Produktbewertungen online stellt, auf dem Blog ein Post macht und natürlich auf Instagram und Co beschreibt und macht und tut.

Ein aufwendiger Job mit wenig Verdienst bzw. gar kein Verdienst trifft es besser, denn spätestens nach der 7ten Creme ist der Bedarf eigentlich gedeckt, man braucht keine neue und der Zeitaufwand ist trotzdem jedes Mal hoch. Leider fängt die Spirale sich dann zu drehen an und das Problem ist da. Wie soll man Follower gewinnen ohne Content, um irgendwann mal echtes Geld für die Anstrengungen zu fordern? Große Blogger haben das Problem nicht, die sagen ohne Moos nix los, bevor die irgend etwas auch nur annähernd posten muss Geld fließen. Klar, die können es sich erlauben aber was ist mit den kleinen Blogs?

Ich habe schon unzählige Absagen für bezahlte Kooperationen erhalten, mit der Begründung, ich habe zu wenig Follower.

Ein großer Knackpunkt ist leider die Swipeup Funktion, die erst ab 10.000 Abonnenten freigeschaltet wird. Damit können direkte Links gesetzt werden und dies ist für die Firmen natürlich unsagbar wertvoll, die Kunden sollen das gesehene Produkt ja schliesslich gleich kaufen können. Andere Firmen geben sich mit solchen „Micro-Influencern“ wie mir gar nicht erst ab.

Eine Dame sagte mal auf einer Messe zu mir: „Was machen Sie denn nun? Mode oder Beauty? Sie sollten sich auf eine Sache beschränken.“

Sollte ich das? Ist es nicht mein Kanal? Ja! Ich mache das so wie es mir gefällt. Das ist es doch was die Werbung auf Instagram so wertvoll macht oder nicht? Ich bin kein Dauerwerbekanal, sondern ein Mensch der ab und zu zeigt wie er lebt und was er nutzt. Und weil ich auch von irgend etwas leben muss, hätte ich gerne einen Verdienst dafür, wenn ich für ein Produkt so umfassende Arbeiten vornehme. Schließlich zahle ich dafür auch meine Steuern, womit wir zu meinem nächsten Lieblingsthema kommen.

Die Steuererklärung.

Spätestens nach dem 3ten Päckchen mit teurer Kosmetik oder Pflegeprodukte sollte man sich Gedanken über ein Nebengewerbe machen. Produkte die man erhält, sind nämlich im Steuerrecht keine Geschenke, sondern der Wert des Gegenstandes ist als Geldwert bei der Steuererklärung zu erfassen. Es sei denn, der Absender hat dies bereits pauschalversteuert, dann entfällt diese Pflicht für den Blogger.

Soll heißen, wenn die Firma keine Pauschalversteuerung gemacht hat muss ICH diese zahlen. Neben meinen Kosten und Mühen für die Betreibung der Webseite natürlich.

Wir fassen mal zusammen, ich bekomme etwas geschickt, habe damit Arbeit und Kosten und der Hersteller bekommt kostenlosen Content.

Schön blöd diese Blogger, mich eingeschlossen!

Was schließen wir daraus? Ausbeute.

Kein Wunder dass sich viele namenhafte Influencer darüber aufregen. Solange es so viele Menschen gibt, die das mit sich machen lassen, umso schwieriger wird es damit vernünftig Geld zu verdienen.

Meine letzten Nachfragen nach der Pauschalsteuer bei verschiedenen Unternehmen haben dazu geführt, dass ich entweder gar keine Antwort bekommen habe, oder aber vertröstet wurde mit der Nachricht die Rechtsabteilung prüft dies gerade und natürlich gibt es auch Firmen die mich kommentarlos aus dem Verteiler gestrichen haben. Niemand will Blogger haben, die unangenehme Fragen stellen. Tausende freiwillige Gratis-Blogger stehen Schlange und fragen nicht nach, geben es nicht bei der Steuer an und liefern kostenlosen Content.

Und nun komme ich zu der These, was war zuerst da, Huhn oder Ei? Follower oder Content?

Kein Content keine Follower? Ein Teufelskreis. Follower kaufen? Nein. Ich möchte gern organisch wachsen.

Wieso werden Influencer mit hohen Abonnenten Zahlen nicht besser geprüft? Es gibt Accounts mit horrenden Zahlen und null Interaktion. Wie geht das? Ich kenne Accounts mit über 100k und unter 200 Likes pro Bild. Da stimmt doch was nicht.

Ich schaue mir mittlerweile jeden meiner Follower an und Profile aus Fernost usw. werden sofort entfernt. Ich möchte das nicht. Ich brauche keine Zahl die nur Schein ist.

Wie sagte ich kürzlich? Die Followerzahl ist das neue Online-Statussymbol. Im echten Leben ist oft ein großes Auto wichtig. Ob es bezahlt ist oder nicht, Nebensache. Mehr Schein als Sein. Im Netz wird mit Statistik gemessen.

Wie sagte Caroline Kynast, vergesst nicht den Menschen hinter dem Profil.

#followerzahlistnichtalles

Ich bin gespannt auf euer Feedback.

2 Gedanken zu “Huhn oder Ei / Struggle with follower

  1. diewirklichwichtigendingeblog schreibt:

    Hallo Moni!
    Recht hast Du. Eigentlich lohnt sich das Ganze gar nicht wirklich. Das ist allerdings irgendwie das Gleiche wie bei fast jedem Hobby.
    Du weißt, welchen Schluss ich daraus gezogen habe….
    Übrigens, weil ich es eben gelesen habe, ich werde bei Rossmann jetzt immer die Creme erstmal öffnen und dann sagen, dass ich dafür auf jeden Fall weniger bezahlen will. 😂😂😂😂 klappt das wohl auch beim Autokauf? 🤔
    Liebe Grüße
    Dani

    Gefällt 1 Person

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